Markt Metten

Markt Metten

Geschichte des Marktes

Logo MettenAls Herzog Otto der Erlauchte um 1250 die Neustadt von Deggendorf gründete, schaute das benachbarte Benediktinerkloster Metten bereits auf eine wechselvolle Geschichte von 500 Jahren zurück. Es war 766 von dem seligen Gamelbert, Priester und Eigenkirchenherrn in Michaelsbuch gegründet worden. Es war zuerst unter dem Schutze des bayerischen Herzogs Tassilo gestanden. Später hatte Kaiser Karl den Schutz des Klosters übernommen. Metten war eine königliche Abtei geworden. Beim Aussterben der Karolinger hatte es einen Platz unter den Reichsabteien gefunden. Kaiser Heinrich III. schenkte dem Kloster für Pfingsten und Michaeli das Marktrecht mit Zoll, Bann und Polizei. Die Herrlichkeit der Reichsabtei ging 1058 zu Ende. Metten wurde nun ein babenbergisches Eigenkloster. Nach dem Tode des letzten Babenbergers, Herzog Friedrich des Streitbaren, 1246, unterstellte es sich nach anfänglichem Zögern dem Schutze des bayerischen Herzogs. Metten wurde nun ein landständisches Kloster. Von den stets geldbedürftigen Enkeln Herzog Ottos II. erwarb das Kloster die niedere Gerichtsbarkeit über alle, die zu seinem Hofe gehörten. Es entstand die Hofmark Metten.
Der Abt ließ die Gerichtsbarkeit durch einen Richter, ursprünglich einen Adeligen, später auch einen Bürgerlichen, ausüben. Der Klosterrichter wohnte in einem kleinen Schloss, das in einem Weiher an der Südwestecke des jetzigen Klostergartens auf einer Insel lag. Es wurde im 30-jährigen Krieg zerstört. Das Kloster brach die Ruinen ab und füllte den Weiher aus. Es baute in der Donaustraße ein neues Richterhaus (heute Murr). Eine Wassermarke trägt die Jahreszahl 1656, ein Beweis, dass es bei der großen Überschwemmung dieses Jahres bereits stand.

In der Verwaltung gingen während des 14. Jahrhunderts große Veränderungen vor sich. Der Adel, die sog. Ministervialität, trat ab und machte Mönchen (Ökonom, Kuchlmeister, Kastner), Angestellten und Knechten Platz. Auch die vier Hofmeister verschwanden. Schließlich taten Knechte bei der Fronleichnamsprozession ihren Dienst und gingen in Harnisch mit. Für die Schweißtropfen, die sie in ihrer schweren Rüstung vergossen, bekamen sie als Entschädigung einen Trunk. Das Kloster, das 1322 das Braurecht bekam, unterhielt eine Mühle, eine Bäckerei und eine Brauerei. Am Eingang lag eine Schmiede, eine Wagnerei und Binderei. Der Schmied versah auch das Amt eines Stallmeister im äbtlichen Marstall. Im Bauhof lagen die Wohnungen der unverheirateten Knechte und Mägde. Abt Christopf Guetknecht baute ihn an dieser Stelle, wo er jetzt noch steht. Eine besondere Zierde waren die offenen Laubengänge. Im 13. Jahrhundert ist bereits der Ziegelofen erwähnt. Der Ziegelmeister kommt in den Urkunden häufig als Zeuge vor. Einer von ihnen hatte in den Kriegswirren der Zeit um 1360 dort seinen Geldvorrat vergraben, der 1950 wieder aufgefunden wurde.

Das Kloster beutete schon in der Karolingerzeit den in der Gegend anstehenden Granit aus. Er wurde durch Abspalten von Findlingen in flachen, unregelmäßigen Platten gewonnen und bei den Bauten verwendet. 1157, als die neue romantische Basilia gebaut wurde, fanden gebrochene und behauene Steine Verwendung. Ihre Technik, namentlich an Kapitellen und Gesimsen, ist noch recht primitiv und verrät eine wenig geübte Hand. Vielleicht stammen sie von Laienbrüdern, die nach Hirsauer Gewohnheit zum Bau herangezogen wurden. Auch sogenannte Gussmauren haben sich in Teilen erhalten. Der Bau von 1157 fiel 1236 einem verheerenden Feuer zum Opfer. Beim Neubau wurden vielfach Ziegelsteine verwendet. Es scheint, dass die Zeit drängte und dass man glaubte, mit der Herstellung von Ziegeln rascher voranzukommen. An der gotischen Kirche, die 1450-1479 gebaut wurde, fand Granit als Hausstein ausgiebige Verwendung. Die birnstabförmigen Rippen des Netzgewölbes, das die wuchtige Decke der Hallenkirche überspannt, waren aus Ton. In einer Bauhütte arbeiteten unter der Leitung des Meisters H.E., vielleicht Hans Erhard aus Straubing, zahlreiche Steinmetzen, die ihre Werkstücke mit ihren Zeichen versahen. Als 1712-1729 die fünfte Kirche im Barockstil entstand, wurden die Mauern, wie auch sonst bei den Bauten des 17. und 18. Jahrhunderts aus Bruch und Ziegelsteinen errichtet. Sie wurden daher nach außen mit einer Mörtelschicht überkleidet. Seit 1620 ist in Metten die Familie Toscano ansässig, deren Mitglieder Steinmetzen waren. Sie kam, wie der Name andeutet, aus Italien. Das Kloster verpachtete seine Brüche an Meister, die auch nach auswärts Arbeiten anfertigten. So fand Mettner Granit Verwendung beim Deggendorfer Grabkirchenturm.

Die ältesten Siedlungen lagen ohne Zweifel im oberen Dorfe, rechts von der Straße, die vom Hohenstein, wo sie zur Donau abbog, auf dem Rand einer Terrasse, die bis in das Kloster führte. Es wurde dann die Donau- und die Deggendorfer Straße besiedelt. Im Osten des Klosters lagen dem Bache folgend 5-6 Häuser. Ein Haus, das an den Klostergarten angrenzte und im 30-jährigen Krieg zerstört worden war, wurde nicht mehr aufgebaut. Die Dorfmühle flankierten zwei Häuser. Eines hatte sich der spätere Land- und Stadtbaumeister Benedikt Schöttl gebaut, der beim Bau der Stiftskirche Polier war. Ein zweites lag hinter den Stallungen. Es brannte 1800 ab und wurde in eine Wiese beim Klosterkeller gebaut, den 1709 Abt Roman Märkl errichtet hatte. Beim Ziegelofen standen zwei Häuser Aus feuerpolizeilichen Gründen breiteten sich zwischen den Häusern große Gärten aus. Die Hofmark zählte 1803 59 Häuser. Ihre Bewohner bildeten eine Pfarrei, die das Kloster betreute, gewöhnlich ein Prior des Stiftes. Nach 1300 war für sie eine eigene Pfarrkirche gebaut worden, die dem heiligen Martinus geweiht war und den Herrn von Eckh als Grablege diente. 

1838 zählte die Hofmark bereits 83 Häuser. Der Kandlerbäck, der Besitzer der bisherigen Klostermühle, baute sich in der Deggendorfer Straße eine neue Bäckerei und eine Mühle, die später hinter die Schleifmühle verlegt wurde (Frauenmühle). Die Einführung der Gewerbefreiheit hatte zur Folge, dass sich in Metten auch Handwerker niederließen. Die Not des Jahrhunderts zwang viele, einen Teil ihrer Gärten als Baugrund abzutreten. Die Nachbarn rückten näher zusammen. 1863 waren es bereits 87 Häuser. Von den Gewerben nahm das Steinmetzgewerbe einen größeren Aufschwung. Die Errichtung einer höheren Schule zuerst mit vier, später mit acht Klassen und die Errichtung zweier Seminarien in den alten Klostergebäuden machten größere Neubauten notwendig. Die alte Volksschule, die sich seit 1700 nachweisen lässt, musste ihre bisherigen Räume im Pfortengebäude aufgeben. Vor der Aufhebung gab es bereits ein Klosterseminar, das kaum 20 Schüler zählte. Ein Mönch unterrichtete in zwei Kursen, Latein, Religion und besonders Gesang. Abt Benedikt Ferg hatte 1686 bereits einen Theatersaal gebaut. Später wurde in den Jahren 1734 – 1760 der große Festsaal errichtet. Neben der Musik wurden auch die Wissenschaften gepflegt. Als Beweis mag der schöne Bibliothekssaal gelten. Das Kloster setzte im 19. Jahrhundert die alten Traditionen fort.

Neue Aufträge brachte für das Steinmetzhandwerk die Re-Gotisierung unserer Kirchen. Metten wurde durch P. Ildefons Lehner ein Mittelpunkt der Bewegung. Es folgte der Bahnbau nach Eisenstein, der viel Verdienst schuf. Gegen 1900 setzten die größten Aufträge aus und es begann die Abwanderung ins Elsass und nach Sachsen. Das 19. Jahrhundert brachte verschiedene Postverbindungen. Die alte Taverne wurde in eine Posthalterei umgewandelt. 

Eine Wallfahrt bei Mettenbuch, die aber kirchlicherseits bald unterdrückt wurde, rief eine rege Bautätigkeit ins Leben. Es entstanden mehrere Wirtshäuser und auch eine zweite Brauerei. Die Zahl der Häuser war 1914 auf 155 angestiegen

Im 19. Jahrhundert entstand ein Krankenhaus, eine Mädchenschule usw. 1891 hatte Metten auch einen Bahnhof erhalten. Eine Bahn verband Metten nun mit Deggendorf. So entwickelten sich das Kloster und die alte Hofmark Metten im Verlaufe von 1200 Jahren.