Markt Metten

Markt Metten

Klosterbibliothek Metten

Zu den Schönheiten in unserem Metten gehören auch die Kulturgüter im Benediktinerstift Metten, die weit über unsere Landesgrenzen hinaus berühmt sind. Allen voran ist dabei die Klosterbibliothek zu nennen, die als Hauptwerk des süddeutschen Barocks gilt.

Wie zeigen Ihnen hier einige Aufnahmen dieser Bibliothek. Wir sind allerdings der Überzeugung, dass man diesen außerordentlich schönen Raum schon "live" erleben sollte.

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© Rainer Jahns

 

Eine kleine Führung durch die Klosterbibliothek

Sie können an den täglichen Führungen um 10:00 Uhr und 15:00 Uhr teilnehmen.
Ausgenommen sind Führungen montags sowie an Feiertagen und wenn Gottesdienste stattfinden.
Gruppen müssen Sie bitte gesondert telefonisch anmelden. (Tel: 0991/9108-0)

Die berühmte Mettener Klosterbibliothek befindet sich im Ostflügel des Neuen Konventbaues der unter dem Abt Christoph Guetknecht (1628-1645) errichtet wurde. Der Ausbau der Bibliothek erfolgte gleichzeitig mit der Klosterkirche unter Abt Roman II. Märkl (1706-1729) in den Jahren 1722-26. Der Raum in dem sich die Bibilothek befindet umfaßte sieben Fensterachsen und besteht aus drei, jeweils zweischiffigen Raumabschnitten, die mit einem flachen Kreuzgratgewölbe versehen sind. Aus diesen Raumteilen schufen der Stuckplastiker Franz-Josef Waräthi sowie der für die Anfertigung der prächtigen Bücherschränke zuständige Straubinger Schreiner Jakob Schöpf, einen der bedeutendsten Bibliotheksräume des 18. Jh.

Der Zugang zur Klosterbibliothek zeichnet sich durch eine prächtige Portalrahmung aus verschiedenem Stuckmarmor aus. In dem von Stuckvasen und einer Christusbüste bekrönten Portalgiebel befindet sich eine Inschriftkartusche mit folgenden Wortlaut: "SAPIENTIA AEDIFICAVIT SIBI DOMUM" (Die Weisheit erbaute sich jenes Haus). Die großen Stuckfiguren, die das Portal flankierten, stellen Allegorien der Weisheit, "Sapientia" (links), und der Religion, "Religio" (rechts) dar. Die Sapientia mit Buch und Lorbeerkranz ist mit dem Strahlenkranz, dem Licht des Verstandes gekennzeichnet, die Religio - mit der Weisheit des Heiligen Geistes begabt - hält Kreuz und Fackel des Glaubens in Händen.

Tritt man durch das Portal gelangt man in den mittleren der drei Raumkompartimente der Bibliothek. Das flache Gewölbe (mit gerahmten Fresken) wird im Mittelraum von zwei, in den Seitenräumen von jeweils einem Atlantennpaar gestützt. Die von Holzinger gestalteten überlebensgroßen Jünglingspaare - in den Seitenräumen als Engel gekennzeichnet - scheinen das niedrige Gewölbe mit nur wenig Kraftaufwand tragen zu können. Über den Tragefiguren sind stukierte Flachreliefs angebracht. Vor dunklem, poliertem Grund heben sich die weißen Figuren stark ab. Die Reliefdarstellungen weisen neben der Darstellung von Engelsputten ein Schriftband mit entsprechendem Motto sowie ein epigrammatisches Bibelzitat auf. So sind im Mittelraum an der Nordseite die christlichen Tugenden, an der Südseite die Kardinaltugenden verbildlicht.

Die Puttenreliefs im Mittelraum stellen - den Inhalten der Bücher entsprechend - Allegorien der Wissenschaften und der Künste dar. Über den Durchgängen finden sich Puttenfiguren in stark gebauschten Vorhangdraperien aus Stuck und auch die Fensterkrönungen sowie die gegenüberliegenden Blendbögen über den Bücherschränken sind von Putten bevölkert. In den mit Bandelwerk ausgezierten tiefen Fenstergewänden zeigt sich Holzinger wiederum auch als Meister des Flachreliefs. Von großer Bedeutung für den Raumeindruck und für das inhaltliche Programm ist der von Innozenz Waräthi geschaffene Zyklus von vierzehn Fresken. Die Gemälde befinden sich in einem kräftigen Stuckrahmen in Form eines geschweiften Vierpasses und sind in die Gewölbefelder eingesetzt, wobei der Verlauf der Gewölbegrate und die zum Teil unregelmäßige Form der Joche von Waräthi gekonnt zum Aufbau der Bildkomposition genutzt wurden.

Die Fresken im Mittelraum zeigen in der Mittelachse: Thomas von Aquin und Bischof Anselm von Canterbury erhalten hier die göttliche Bestätigung ihrer Schriften und Thomas von Aquin befragt den hl. Bonaventura nach der Quelle seines Wissens, worauf sich dieser von seinem Buch dem Kruzifix zuwendet. Die Kirchenväter beim Verfassen ihrer Schriften und die Mystikerinnen Gertrud und Mechthild von Helfta. Die vier Evangelisten und die Personifikation der Ecclesia, im Gegensatz dazu die textauslegenden Protestanten Luther, Calvin, Melanchthon und Zwingli.

Im nördlichen Seitenraum befinden sich folgende Bilder nach dem Mittelraum: Traumbild des hl. Hieronymus, er werde wegen der Lektüre Cicderos von Christus gerügt und von Engeln gegeißelt, und der hl. Odo von Cluny, der sich irreleitenden Lektüre Vergils hingegeben hatte, an der Nordwand: Der hl. Bernhard von Clairvaux, und der hl. Benedikt von Nursia.